Hier kommt eine kurze Geschichte über zwei europäische Geschäftsreisende, welche an ihrem letzten Aufenthaltstag in Nairobi die Slumkinder besuchten. Sie hatten eine holprige Fahrt von ihrem komfortablen Hotel in die Slums bevor sie im strömenden Regen den Ort betraten, wo die soziale Benachteiligung wohl am größten ist. Natürlich, wie wohl jeder Ausländer, waren auch sie etwas verlegen, nicht nur wegen der unpassenden Schuhe, sondern auch, weil sie sich fragten, ob die normale Routine dieses gut organisierten Workshops durch ihre Präsenz gestört würde.
Hurtig entfalteten die größeren Kinder einen passablen Plastikunterschlupf über den vielen Köpfen der kleinen Kinder, um zu verhindern, dass der starke Regenguss die Skizzen ruinierte. Ein Lehrer, oder für die Geschichte besser „big bro'(ther?)” genannt, zeigte ihnen, die Linien eines jungen lebenden Modells bestmöglich einzufangen. Die Stellung zu halten ist für einen 8jährigen bereits ein kleines Kunststück. Es zahlt sich aber aus, weil danach kann man sich durch sechzig (manchmal mehr) kleine Augen betrachten kann. Es geht hier nicht um Selbstdisziplin an sich, jedoch um einen Weg zu lernen, sich mithilfe von Buntstiften oder Musik auszudrücken und vielleicht irgendwann ein berühmter Künstler wie Jacob zu werden und die Welt zu bereisen, unabhängig von der Farbe der Schuhe.
Vielen Dank für diese Eindrücke. Iris Ollivault und Markus Grillitsch